
Ich bin in einer Welt aufgewachsen, in der ich früh gelernt habe, meine Umgebung nach Sicherheit zu scannen. Zwischen Routinen, Glückseligkeit und einem ordentlichen Haufen Drama wurde ich ziemlich gut darin, Menschen, Räume und Stimmungen zu lesen.
Mich selbst? Eher weniger.
Ich passte mich an, funktionierte, übernahm Verantwortung und war am liebsten unkompliziert.
Nach außen selbstbewusst und gefestigt. Innen ständig auf Empfang.
Auch beruflich war ich eine ziemlich vorbildliche People Pleaserin: viel Verantwortung, ständig erreichbar, sechs bis sieben Tage arbeiten, kaum Urlaub.
Ich konnte extrem viel leisten.
Aber wer war eigentlich ich, wenn niemand etwas von mir brauchte?
Irgendwann fing mein Körper an, mitzureden.
2017 brachten mich starke Kopfschmerzen vom Zähneknirschen in Therapie. Zum ersten Mal begann ich, meine eigene Geschichte bewusst anzuschauen.
Ich verstand immer besser, woher meine Muster kamen.
Aber etwas zu verstehen und es wirklich anders zu leben, sind zwei ziemlich unterschiedliche Dinge.
Es folgten Jahre, in denen ich vieles hinterfragte, Beziehungen und Lebensbereiche veränderte, mich mit meinem Nervensystem beschäftigte und langsam wieder Zugang zu meinem Körper fand.
Ich hatte jahrelang gelernt, andere Menschen zu lesen – und meinen eigenen Körper dabei ziemlich erfolgreich übergangen.
Jetzt wollte ich lernen, mich selbst zu lesen.
Aus Verstehen wurde Erleben.
Ich tauchte tief in Psychologie, Nervensystemarbeit, Embodiment, Schamanismus, Tantra und Rituale ein.
Ich absolvierte meine Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie und weitere Aus- und Weiterbildungen, unter anderem in EMDR und Atemarbeit.
Aber ich wollte nicht einfach nur Wissen sammeln.
Ich wollte es erfahren. Ausprobieren. Verkörpern.
Ich lernte, meine Grenzen nicht nur zu kennen, sondern sie auch zu setzen. Meine Bedürfnisse wahrzunehmen und auszusprechen. Meiner eigenen Wahrnehmung wieder zu vertrauen.
Und ich begann zu verstehen, dass ich meine People-Pleasing-Superpowers gar nicht loswerden muss.
Meine Empathie, meine Feinfühligkeit und meine Fähigkeit, Räume zu lesen, dürfen bleiben.
Ich muss mich dafür nur nicht mehr selbst verlassen.
Und was kommt nach dem People Pleasing?

Für mich vor allem eines:
Wahlfreiheit.
Ich kann Ja sagen. Ich kann Nein sagen. Nähe wählen und Raum brauchen. Andere Menschen wahrnehmen, ohne mich dabei aus den Augen zu verlieren.
Mein Körper ist heute mein Kompass. Und mein Leben fühlt sich sehr viel mehr nach meinem eigenen an.
Dazu gehören Spiritualität und Rituale genauso wie psychologisches Wissen und Nervensystemarbeit. Tiefe Prozesse genauso wie Genuss, Tanz, Natur, Stille, Verbindung und all die kleinen Dinge, die das Leben verdammt schön machen.
Und eine meiner liebsten Erkenntnisse auf diesem Weg?
Wir müssen nicht permanent an uns arbeiten. Manchmal dürfen wir einfach lernen, uns selbst eine richtig gute Zeit zu machen.
Heute begleite ich Menschen raus aus der automatischen Anpassung und zurück in den Kontakt mit sich selbst.
Nicht nach einem starren Programm. Sondern mit der Frage: Was brauchst du, um dich selbst wieder zu hören, zu spüren und dein Leben wirklich zu deinem zu machen?
Denn ein Leben nach dem People Pleasing bedeutet für mich nicht, dass nie wieder ein altes Muster auftaucht.
Es bedeutet, dass du es bemerkst.
Und dann wieder wählen kannst.

MEHR DU.
MEHR LIFE.
Raus aus der automatischen Anpassung.
Zurück zu dir. Und zu dem, was dich lebendig macht.
